War die Zukunft früher besser?
Viele von uns kennen bloß eine Zeit, in der die Welt von einer Katastrophe zur nächsten stolpert. Es ist nachvollziehbar, dass es im Moment schwer ist, eine lohnenswerte Zukunft zu beschreiben. Aber genau dazu sollten wir uns alle gegenseitig ermutigen. Denn ohne ein Ziel ist die Reise schwer. Begeben wir uns also geistig in das Jahr 2040, in dem die Krisen der Gegenwart schon weit hinter uns liegen. Aus dem Rückspiegel betrachtet werden wir uns darüber freuen, dass wir die Reise dorthin geschafft haben, wenn auch auf Umwegen.
Dank Hollywood und der Science-Fiction-Filme, die unser Denken prägen, assoziieren wir Zukunft ja oft mit großen grauen Städten und fliegenden Autos. Langsam merken wir aber, dass die Zukunft etwas mehr Grün, etwas mehr Natur brauchen wird. Im Jahr 2040 werden wir das fossile Zeitalter verlassen haben. Wer dann noch Diesel oder Benzin riecht, wird sich nostalgisch an die 2020er-Jahre erinnern, aber es wird nicht mehr überall zu finden sein. Dadurch werden wir vielleicht auch weniger Kriege führen müssen, denn dann sind wir unabhängiger von anderen Staaten. Natürlich wird der Klimawandel nicht spurlos an uns vorbeigezogen sein, aber wir sind eine resistente Spezies, so schnell kriegt man uns nicht klein. Die fliegenden Autos werden dann elektrisch abheben, und die Städte werden grüner. Nicht nur, weil es schöner ist, sondern weil wir nach dem Fossilen eine neue Balance aus Natur und Technologie gefunden haben.

Tristan Horx
Internationaler Speaker, Millennial, Autor und Co-Founder von The Future:Project
Für eine gute Zukunft brauchen wir eine ganze Menge Energie, und die werden wir haben. Zu viel sogar. Im Jahr 2040 zahlen wir eine Flatrate für Strom und können so viel verbrauchen, wie wir nur wollen. Mag verrückt klingen, aber das war einst mit dem Datenvolumen im Mobilfunkvertrag auch so. Mit diesem Überfluss an Energie können wir endlich große Teile der Arbeit automatisieren – Roboter brauchen schließlich Strom. Eine 20-Stunden-Woche könnte die Normalität sein, wenn wir noch in Kategorien wie Arbeit und Freizeit denken. Denn wenn die Maschinen immer mehr Aufgaben übernehmen, können wir Menschen uns auf das Wesentliche fokussieren: das Zwischenmenschliche. Wenn die Roboter bessere Roboter werden, werden wir humanere Menschen. Alles andere übernehmen die Androiden, und das zu Recht.
Das mag utopisch klingen, soll es auch. Wenn wir diese Zukunft um ein paar Meter verfehlen, ist noch immer einiges gewonnen. Eine bessere Zukunft als das Vermeiden des Weltuntergangs ist möglich, wir müssen sie nur erstmal zu Papier bringen. Den Weg finden wir dann gemeinsam.
Tristan Horx
Internationaler Speaker, Millennial, Autor und Co-Founder von The Future:Project



