Grußwort zum Tag der Handschrift
Liebe Leserinnen und Leser,
„die Jugend ist unsere Zukunft“, das bekommen Jugendliche oft und gerne von uns Erwachsenen zu hören. Doch was bedeutet das Wort Zukunft für die Kinder und Jugendlichen selbst? Das erfahren wir sehr anschaulich in dem diesjährigen Band zum Schreibwettbewerb zum Tag der Handschrift:
„Ich weiß nicht, wohin meine Reise führt. Es gibt keine Karte, keinen Weg. Die Zukunft kann man nicht planen,“ schreibt Carlotta in ihrem Brief an sich selbst. Trotzdem haben sie und die vielen anderen Kinder und Jugendlichen in ihren Briefen zum Tag der Handschrift eine sehr genaue Vorstellung von der Zukunft: Von utopischen Gesellschaften über Visionen mit Science-Fiction-Flair bis hin zu den eigenen, ganz persönlichen Wünschen und Träumen – die rund 9.500 Briefe, die zu diesem Schreibwettbewerb eingegangen sind, zeugen von schier unendlichen Möglichkeiten, die die Zukunft für uns bereithält.
Dank dieser großen Freiheit, die sie mit sich bringt, wird die Zukunft gerne mit einem weißen Blatt Papier verglichen. Ein passendes Bild für das Thema dieses Bandes, denn wie könnte man eine leere Seite besser füllen als mit der eigenen Handschrift?

Armin Schwarz
Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen
Das Schreiben mit der Hand verbindet uns auf eine einmalige Art und Weise direkt mit dem, was wir zu Papier geben. Wir sind fokussierter, aufmerksamer und kreativer, als wenn wir unsere Gedanken auf Tastaturen und Touch-Screens verewigen. Auch ganz praktisch beeinflusst das Schreiben mit der Hand die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler, denn es trainiert entscheidende Fähigkeiten, die später wichtig sind, wie Motorik, Sprachverständnis und Konzentration. Gleichzeitig drücken wir über unsere Handschrift auch einen Teil unserer Persönlichkeit aus und verleihen dem, was wir schreiben, einen besonderen Wert.
Aus diesen Gründen betrachten wir im Hessischen Kultusministerium den Erwerb der Handschrift als einen zentralen Bestandteil des Deutschunterrichts. Mit der Stiftung Handschrift steht uns dabei eine engagierte Partnerin zur Seite, die nicht nur zum alljährlichen Tag der Handschrift einen großen Beitrag dazu leistet, dass diese bedeutsame und schöne Kulturtechnik nicht in Vergessenheit gerät. Dafür danke ich der Stiftung Handschrift recht herzlich, genauso wie den Lehrerinnen und Lehrern, die ihre Schülerinnen und Schüler tagtäglich dafür begeistern, handschriftlich zu schreiben. Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich viel Spaß bei der Lektüre der hier ausgewählten Briefe. Begleiten Sie die jungen Autorinnen und Autoren auf ihren Reisen in die unterschiedlichsten Zukünfte. Vielleicht bekommen Sie dabei ja selbst Lust, Ihre eigene Zukunftsvision auf Papier zu bringen – natürlich am liebsten mit der Hand.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Armin Schwarz
Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen



